Sonntag, 18. Juni 2017

24h Finale Ligure -- zwischen Schweiß, Tränen und Staub

Wir lieben Italien und wir lieben ganz besonders Finale Ligure. Das wir beim 24h Rennen starten war seid die Anmeldungen frei geschaltet war klar. Noch klarer war für uns das wir auch wieder früher anreisen und später abreisen weil es sich dort einfach aushalten lässt.

das tut es immer wieder und das Klima ist so herrlich

Das Auto bis oben hin beladen reisten wir schon am Donnerstag ab um einen kleinen zwischen Stop bei meiner Mama einzulegen. Dort wollten wir ein Notstromaggregat  mit nehmen weil bei der Anmeldung  zum Rennen  mit der Stromversorgung am Platz etwas schief gegangen ist. Das Gerät entpuppte sich leider als Ladegerät Vernichter aber die Zeit bei Mutti war trotzdem sehr schön. 

mit den Drahteseln (ja ohne Helm SORRY) zum Eis schlabbern


Am Samstag im Hotel in Pietra Ligure angekommen wurde das Auto zum ersten mal ausgeräumt, um anschließend zur 24h Strecke zu fahren und dort die Fullys und Hardtails zu testen.
Hier noch mal ein ganz großes DANKE an Frank Eggert für die Zusendung der Gabel. Marko hat erfolgreich aus seinem 27,5er ein 29er Kampfmaschine gebastelt
(Anm.: Marko .... es heißt gebaut!!!).

erst die Pizza dann das Vergnügen (ich wunder mich warum ich zunehme) 

Am Sonntag wollten wir einfach nur Finale Ligure, das Wetter und das Biken genießen. Einmal zum Monto Grosso, Bricco dei Prati, am Monte Alto vorbei, Richtung Poggio di Motté, mit Halt an dem Restaurant DIN. Nach einer dicken Portion Nudeln mit Bolognese ging es rauf zur Natobase, bisher hatten wir nie Zeit und Muse hier hin zu fahren. Wirklich ein cooler Platz voller Radverrückter Enduropiloten. Von der Base ging es nur noch runter direkt ins Meer zum baden. 

es war so verdammt heis das der Schweiz von den Zöpfen tropfte iiiiii

vollgestopft mit leckeren Nudeln

hat sein eigenen Flair, vor allem wen die Jungs und Mädels mit den dicken Protektoren,  Fullfacehelmen und 160mm Federweg vor einen in die Trails stürzen. (Wir diesmal ohne, hatten sie vergessen) 

immer wieder ein Genuss diese Aussicht zu genießen
Aufstehen, Minifrüstück und noch mal auf die Bikes. Von Finalborgo die Straße rauf nach Melogno zum Restaurant DIN. Marko wollte noch ein kleines 4x10 Minute L4 Training einbauen und ich juckelte ihm im Tempobereich hinterher.

Kurzes Statement zum Training von Marko:
Während des ersten Intervalls traf ich auf ein sehr große Gruppe italienischer Rennradfahrer. Das hintere Feld war gemütlich und gesetzten Alters je weiter ich nach vorne kam umso jünger wurde die Gruppe. Ich überholte freundlich und sehr zügig. Irgendwie empfanden das einige Fahrer als Einladung zum Bergzeitfahren also hingen sich vier motivierte Tifossi an mein Hinterrad. Als mein Garmin die Pause einläutet und ich langsam weiter fuhr überholten sie mich natürlich nahmen aber auch raus. Start Runde Zwei kam ich wieder zu den Fahrern ran und beim überholen fragte mich einer was ich machen würde. Mit Händen und Füßen war klar "TRAINING" ab da wurde es dann richtig schnell. Die Jungs fuhren mit wir wechselten immer schön die Führung durch. Intervall 2 und 3 waren somit echt richtig schnell und eher L5 als L4 aber es hat richtig Bock gemacht. Im letzten Intervall wurde dann Ausscheidungsrennen gefahren. Männer am Berg ist einfach herrlich. Als wir nur noch zu Zweit waren fuhren wir nebeneinanderher ich schaute sabbert rüber. Ihm lief die Rotze und der Schweiß ebenso aus dem Gesicht und ich signalisierte Ihm... GAME OVER
Oben angekommen grinsten wir wie die Bergkönige und klatschten uns ab. Radsport ist einfach geil!!
Ich drehte dann um und fuhr Marie entgegen damit wir gemeinsam das letzte Stück hochfahren konnten

Nach einer Stunde trafen wir uns wieder und fuhren zusammen weiter. Dabei überholte uns der Sieger vom Letzten Jahr des 24h Rennens in Finale und man hat sich sehr nett unterwegs Unterhalten. Oben angekommen mussten wir leider feststellen das das Restaurant zu hatte aber Marko meinte es ginge eh nur noch Bergab. Es kam wie es kommen musste. MERKE: Wenn man vor einem sehr steilen Abschnitt des Trails steht und denkt "oooooh" dann schiebe es vor einem wichtigen Event. 
Ich habe von der Seite den Druckpunkt meiner Federgabel kontrolliert, dabei bremste ich mit Helm, Schulter und Knie uns dann ab. 
Halb so wild mit Kopfschütteln gings weiter, bis meine Geschwindigkeit für den Felsverblocktenabschnitt zu langsam war und ich elegant ein Salto übern Lenker machte. Danach nahmen wir den direkten Straßenweg zur Lasagne und Eis.

der Kellner brachte erstmal Tupfer und Desinfektionsmittel sehr sehr nett von ihm
Sie ist echt hart im nehmen!!!!




Danach duschen und das Auto einräumen um es in Finalborgo in der Ferienwohnung wieder auszuräumen. 
mit Fahrstuhl, gut das Marko so schlank ist.
Am Montag Abend reiste dann Team Dowe an. Sandy und Thom sind sehr gesellige Menschen. Wir mussten uns Abends immer zwingen ins Bett zu gehen sonst hätten wir die ganze Nacht über Radgeschichten und Materialien geredet,

Vier Biker in Italien mit acht Fahrrädern ist doch klar das wir den Tag auch genau auf den verbringen werden. Marko suchte auch nur eine kleine Runde von 35km raus, okey und 1200hm am Stück uuupsiii aber wir haben es gemütlich angehen lassen. Von praller Sonne und moderaten Straßen Anstieg ging es irgendwann in den mit wolkenbehangenen Wald und immer mal etwas steiler und flacher werdenden Waldboden Bergauf.




Bergab nahmen wir den Rollercouster, Mit dem Sturz vom Vortag war ich mal wieder blockiert und habe lieber mehrere Abschnitte geschoben. Safty first. Um nicht danach die Straße nach Finalborgo zu nehmen navigierte uns Marko alternativ. Garmin hätte ihn für diese Route sofort eingestelllt. Der Weg endete in einer Tragepassage sowohl bergauf als auch bergab. Bergab für den einen mehr oder weniger. 
Die Schlange die uns in einem Abschnitt anfauchte war das absolute Highlight der ganzen Tour, hier hatten wir mal so alle die Buchse voll. 

  
Am Mittwoch fuhren wir mit den Autos zum Eventgelände um Daniel und sein Team von Coffee and Chainrings (Blog klick hier) endlich persönlich kennen zu lernen und auch das Zelt aufzubauen, wieder ab zu bauen und dann an dem entgültigen Platz fest aufzubauen und dort auch ein Stromanschluss zu haben. Natürlich luden wir die Räder auch noch mal ganz kurz für eine kleine Runde aus. Das Wetter ist einfach zu schön um nicht zu fahren. 


Donnerstag fuhren wir dann den ganzen anderen Rest rauf und bauten das Lager fertig. Die Autos haben wir auch vor Ort gelassen um Samstag nicht so ein weiten Weg nach dem Rennen zu haben.
Dies bedeutete aber für den großen Tag am Freitag das wir von Finalborgo bis Le Manie mit den Rädern hoch mussten. Ganz gemütlich und mit aufgehender Sonne war es aber schon ganz nett. 




8 Uhr war Fahrer Briefing. Die normalen Information wurden auf Italienisch, Englisch und Deutsch abgehalten. Marko und Thom versuchten danach noch mal den Veranstalter zu einer Mixed Wertung zu überreden aber seine Aussage war das leider zu wenig 2er Mixed Teams gemeldet sind. Bei vier Teams ist das wohl Auslegungssache ob das jetzt viel oder wenig sind den es gab ja auch nur 4 Frauenteams und von den Alterskategorien wollen wir lieben auch nicht anfangen. Sieger ohne Gegner sein ist eben auch komisch ;)
Aufregung machte sich breit und dieses Problem spiegelte sich zu 100% leider auch in den Dixieklos wieder.

Motivation und Vorfreude 

schnell noch ein Foto wo wir gut aussehen

Der Start war diesmal auf dem Eventgelände. Marko musste 500m (gefühlt 10km..ich hasse laufen) zu seinem Fahrrad laufen um anschließend zwei Runden zu fahren. Ich konnte noch mindestens drei mal zur Toilette und sogar in der Tombole Marko anfeuern. Das nahm mir etwas die Nervosität.



Nach zwei Runden wechselten wir was uns auch einen kleinen Vorsprung gegenüber Team Dowe gab. Marko und ich nahmen das Rennen ernst aber in der Wechselzone haben wir uns Zeit gelassen um immer ein paar Worte und einen Kuss zu wechseln. Er strahlt mir so gegenüber eine sehr angenehme Gelassenheit aus und nahm mir damit ganz viel Stress von den Schultern. DANKE BABY


Die ersten 8h nahm Marko das Hardtail und wechselte dann auf sein Fully. Ich entschied mich auch fürs Hardtail weil ich die Anstiege damit einfach "angenehmer" hoch kam. Ich fuhr alle 13 Runden 126km 3100 hm bei dem ruppigen und bissigen Rundkurs mit dem Hardtail. Mein Rücken fand das total in Ordnung nur mein rechtes Schienbein fand die permamenten Schläge nachhinein überhaupt nicht lustig.



Daniel hinterher, er fuhr so schnell da brauchte ich nicht überholen

Immer wenn Marko auf der Strecke war  nahm ich mir die Zeit um bei Facebook zu posten wie es uns geht. Hier noch mal an allen Beteiligten ein großes Danke für die permanente Motivation, Anfeuerung und auch die gute Unterhaltung. Bis ca 18 Uhr lieferten wir uns ein spannendes Rennen mit Thom und Sandra bis Thom auf einmal in der Wechselzone zu mir sagte das Sie raus. Leider stürzte Sandra genau auf die Seite wo Sie sich schon ein paar Tage vorher verletzt hatte und konnte dadurch nicht weiter fahren. Was ich sehr cool fand das Sie uns aber Hilfe anboten fals irgendwas sein sollte. So kümmerte sich Thom mehrfach um Marie´s Rad. Echt ein super Zug von Ihnen.

an der Strecke wurden wir die ganzen 24 h von Team Coffé and Chanrings und auch von dem Team Fritz Geers angefeuert


Für den Verpflegungsstand gab es pro Person drei Verzehrmarken, Marko löste alle drei Stunden eine ein und wir teilten uns die leckeren Nudeln und Bananen. Eine kleine Portion Kohlenhydrate die nicht zu viel aber auch nicht zu wenig im Magen liegen konnten.



Ab 19 Uhr war Licht Pflicht. Marko wollte nur ein Licht mit auf die Strecke nehmen aber das wurde ihm in der Wechselzone verwährt. Er holte sich schnell das zweite Licht aber in der Zeit kam ich ich in die Wechselzone und kein Marko da. Ich wollte weiterfahren aber sie ließen mich nicht ohne Licht wieder auf die Stecke. Anstatt zu warten bin ich anscheinend über ein anderen Weg zum Lager gefahren um mein Licht zu holen. Marko saß in der Wechselzone als ob nichts gewesen wäre. Das ganze hin und her hat uns auch nur 5 Minuten gekostet. 



das Licht musste man ab 22Uhr eigentlich erst anschalten



Die Nacht brach ein und ab 1 Uhr hatten wir alle unser tief. Eigentlich wollte ich nicht auf 2/1 Wechseln aber Marko bot es mir an und irgendwie war ich dankbar doch mal ein paar Minuten länger zu sitzen. Ich saß dösend im Stuhl im Lager als Marko mich rief. Ich dachte ich hätte mein Wechsel verpasst aber er wollte mich nur informieren das seine Rundenzeit etwas länger sind. 



Bevor ich in die Wechselzone ging hab ich mir das Gesicht gewaschen und nach ca 12h das erste mal mein Helm abgenommen. Merke: nie zu feststellen, das gibt richtige Druckstellen, die rechte Stelle hat sich 5 Tage danach gepellt wie ein Sonnenbrand. 


Wir hatten weder Stürze noch technische Defekte. In der Nacht vernahm ich nur ein komisches klappern vom Vorbau am Bike war. Da ich keine Lösung zu der Uhrzeit wusste und auch Lust hatte auf super nette Menschen bin ich zum Ansgar von Coffee & Chainrings gefahren. Nicht nur Unterstützug per anfeuern, nein sogar ein fixer Service wurde durchgeführt. Was ein Luxus und Glück. Ich war und bin dafür immer noch super dankbar. 

bisschen quatschen und einmal Bikeservicenlassen

Gegen 6 Uhr wechselten wir wieder. In der Wechselzone bisschen Zeit schinden in dem die Handschuhe einfach nicht über die Finger wollten. Rauf aufs Rad und weiterging die Achterbahn. Rauf runter, rauf runter, Schläge dort Schläge da, das Fahrrad hielt nur das Schienbein schmerzte wirklich sehr. Ich fuhr die Runde trotzdem in einer normalen Zeit und ich rechnete mir aus das es ja nur noch vier Stunden sind. Ich wollte einfach nicht aufgeben. Ich kam in die Wechselzone und die Tränen platzen einfach aus mir raus.
Die Tränen kullerten nur so an mir runter und ich jabbste:"mir tut alles weh aber ich will nicht aufhören, es sind doch nur noch vier Stunden". Marko nahm mich in den Arm und tröstete mich so gut es ging. Er bot mir nochmal an zwei Runden zu fahren. Das nahm ich gerne an, so konnte ich mir ein Kaffee bei Ansgar holen und ein Stück kalten Tofu um die Druckstellen am Kopf zu kühlen.



Kaffee und Tofu bewirkte sogar bei mir positive Gefühl

Nach zwei Runden von Marko wollten wir wieder auf 1 / 1 wechseln. Ich weiß nicht genau was Ansgar Marko in den Kaffee rein gemacht hat auf jeden Fall wollte ich gerade in die Wechselzone als Marko an mir vorbei flog und sagte "ich fahre noch mal ne Runde, bin jetzt doch wieder schneller". Ich glaub mein Blick war göttlich, aber gut für mich so konnte ich mich noch mal 30 Minuten ausruhen.



was eine Tasse Kaffee bewirkt ist echt unglaublich

schnell noch die Armlinge aus dann kanns wieder Rund gehen
Ich hab so ein schlechtes Gewissen das Marko viel mehr Runden fahren musste wie ich aber ich bin ihn auch sehr dankbar dafür. Die nächste Runde verlief wieder besser, ich glaub der kleine Gedanke "es könnte meine letzte Runde sein" beflügelte mich noch mal sehr, 

da kann sie wieder Lächeln (der Fahrer vor mir war auch ein sehr netter Gesprächspartner in der Wechselzone) 
9.00 Uhr was für eine undankbare Zeit wieder zu wechseln. Marko und ich guckten uns beide mit einem 23h Renngesicht an Marko sagte:"ich fahre noch eine Runde und dann treffen wir uns hier und besprechen wie es weiter geht".

er kämpfte bis zum Schluss
Ich bin einfach in der Wechselzone sitzen geblieben. Ich hatte keine Lust mehr mich zu bewegen. Ich wartete auf Marko, zog mir unbewusst den Helm vom Kopf und schaute auf die Uhr. 9:40 Uhr. 
Marko kam und schaute mich mit müden Augen an und sagte "wenn wir jetzt aufhöhren fehlt uns vielleicht für was auch immer eine Runde". Er nahm wirklich noch mal alle Kraft zusammen und startete in die letzte Runde. Eigentlich wollte er das wir die letzte Runde gemeinsam fahren aber das hab ich so irgendwie nicht ganz verstanden. Auch mich an den Zielbogen zu stellen das wir gemeinsam durch gehen/fahren können hab ich nicht auf den Schirm bekommen. Im Nachhinein finde ich es sehr schade aber ich/wir lerne ja noch dazu. 

so hat Marko mit unserer Konkurrenz ein schönes Abschlussfoto
Zu dem Bild muss ich gibt es auch eine coole Story. Da ich echt platt war wollte ich die letzte Runde einfach nur locker durch rollen. Im ersten Waldstück hörte ich wie jemand zügig an mich heran fuhr. Was ich auf der Strecke die gesamte Zeit gut fand, das schnelleren Fahrern Platz gemacht wird ohne lange rum zu machen. Also machte ich Platz und dann sah ich das mich der Fahrer eines Mixed Teams überholte. Sofort ratterte es ihn mir
...die waren doch 3 Runden hinter uns... wann habe ich das letzte mal die Zeiten kontrolliert?? .... sind wir so langsam geworden.... Alter das geht so nicht... ATTACKE
Von jetzt auf gleich konnte ich treten wie ein junger Gott (jajaja Ego usw...bitte gönnt es mir einfach). Vor dem nächsten Downhill kassierte ich Ihn wieder und etliche andere Fahrer. Ich blickte Ihn an und sagte Ihm komm auf geht´s Action. Wir sind so dermaßen ausgerastet und über die Strecke geflogen. Hat einfach richtig Bock gemacht. Ich hörte wie er sich verbremste nahm kurz raus und ließ ihn wieder in den Windschatten kommen. Im vorletzten Trail bergauf blieb ich hängen und rutschte den Hang runter. Er fuhr nicht weiter sondern half mir hoch und wir rasten weiter und er signalisierte mir bleib vorne passt so schon. Echt eine coole letzte Runde und er lag mit seiner Frau immer noch 2 Runden hinter uns. Konnte man ja nicht wissen nää *hihhii*

Was wir wirklich Schaden fanden das die Mixed Teams nicht einmal erwähnt wurden. Wir haben uns 8 Monate darauf vorbereitet und wirklich hart dafür trainiert. Schade das es so "unbelohnt" war.
Ich (Marko) fühle mich als Weltmeister weil diese Strecke echt Weltmeisterlich und auch unsere Leistung dementsprechend war.  Aber wir müssen uns wohl Rennen aussuchen wo auch Konkurrenz am Start ist nur so Strecken wie Duisburg sind echt langweilig. Mal sehen was wir nächstes Jahr so machen. 

beide haben wir vor Freude pipi in den Augen, das wir dieses Rennen so geschafft haben ist immer noch unglaublich für uns


Die Tage vor der Abreise haben wir dann noch ausgiebig am Meer, in der Pizzaria und in der Gelateria genossen. Wir werden bestimmt nicht das letzte mal in Finale Ligure gewesen sein aber jetzt stehen erstmal wieder andere Reiseorte an. 




Dienstag, 25. April 2017

Finale Ligure - Trainingslager mit Spaßfaktor

Unser Trainingslager begann schon am Karfreitag, ich wollte eigentlich in Ruhe aufstehen, ausgiebig frühstücken und die Taschen packen aber Marko wollte unbedingt noch 100 Km Rennrad fahren. Da ich ja mein Mann nicht alleine fahren lassen kann, Trainingsfortschritt, mehr Kilometer, mehr Essen können, einfach zu viele Faktoren selber nicht nicht zu fahren, fuhr ich halt ohne Lust mit.
Für mich ist seid dem Kellerwald Marathon Frühling und ich verweigerte mich die schon eingepackten Beinlinge und Armlinge wieder auszupacken und anzuziehen. Es ist ja jetzt warm Draussen.
2h brauchte ich dann um überhaupt in Gang zu kommen und irgendwie wurde es auch nur kälter als wärmer. Wir gaben aber nicht auf, trotzen dem Wind und der Kälte und meisterten die ersten Trainingslagerkilometer.


Samstagnacht machten wir uns auf nach Finale Ligure. Wiederholungstäter nur mit mehr Ausdauer und einer großen Portion Mut in der Hose wie sich später heraus stellte.
Ausgepackt und umgezogen machten wir uns den Berg rauf um wenigsten eine Abfahrt noch genießen zu können.



Wir wählten den Julietta Trail, der lag nur ein paar Hm über unserer Unterkunft. Alleine die erste Auffahrt fühlte sich schon anders an wie vor zwei Jahren. Es lief einfach und von anderen Bikern aus dem fahrenden Auto angefeuert zu werden ist beflügelnd.

Wir zogen die Schoner an und rein ging es in den Trail, ups da kam das Gefühl "ANGST" aber ich schob zurück und probierte es nochmal, wieder Stillstand! Also nochmal zurück und diesmal konnte ich die Bremsen und auch das Gefühl loslassen und ab ging die Marie.
Ich konnte es laufen lassen und es machte einfach nur Spaß.
Die eine Schlüsselstelle (wo ein 3m langer Fels, sehr abfallend, zerklüftet und mehrere Möglichkeiten ihn zu befahren) wollte ich bezwingen aber wählte die falsche Spur blieb stehen und nahm den seitlichen Notausstieg. Es war nicht schlimm, wir diskutierten kurz welcher Weg der bessere gewesen wäre und weiter gings. Mit einem Grinsen aus dem Trail zu kommen und mit seinem Schatz abzuklatschen ist unbezahlbar.


Am Sonntag starteten wir Frühs zu einer schönen Rennradrunde. 100 Km, 1500 Hm quasi nur ein Berg einmal hoch und etwas wellig wieder nach Haus. Wir setzten wieder auf unsere eingespielte Taktik, ich fahr vorne und gebe das Tempo bergauf an. Natürlich bummele ich nicht mehr rum wie früher. Es überholten uns zwei sehr starke Mountainbiker. Ein kurzer Blick auf das Outfit sowie die Beine der Athlethten machte uns klar .... ahhh UCI Profifahrer (Märkliteam und Centurion Vaude) und zwei Jungs die uns halt einfach so überholen wollten. Diese blieben aber die ganze Zeit auf Sichtweite und irgendwie motivierte es mich noch mehr mein Tempo zu halten und vielleicht ein bisschen anzuziehen. Ich schaffte es sogar ein von beiden zu überholen. Ich grinste Ihn fröhlich an, sein Blick war schon zum Schmunzeln. Ich war happy und merkte immer mehr das das Wintertraining wirklich sehr viel gebracht hat.

da vorne sind die beiden
Nach einem leckeren Mittagessen, einer kurzen Runde Yoga und Mittagsschlaf setzen wir uns noch mal auf die Mountainbikes. Tour de le Manie mit leichten Auffahrten und schwierigen bis sehr schwierigen Trails. Dort haben wir mehre Stücke geschoben, das war für uns beide nicht ganz so befriedigend.




Nachdem ich etwas skeptisch war noch mal den Berg hoch zu fahren lies ich mich überreden und wir rockten noch mal den Trail vom Vortag. Bis zur Schlüsselstellte lief es noch besser, ich war motiviert und willig aber plötzlich standen da zwei Mädels und die eine hatte ihr Bike genau in meinem ausgedachten Weg liegen. Ich kam an und sagte oh die Schlüsselstelle und oh da liegt ein Fahrrad. Sie meinten sofort jaaaa die Schlüsselstelle, sie räumten das Bike beiseite, ich schob ein Stück zurück und nam es in Angriff, Spur gewählt, Blickrichtung da hin wo es hin gehen soll, Bremse gut dosiert und runter, um die Kurve, geschafft und laut und deutschlich gejubelt. BÄÄÄÄM Schlüsselstelle vor Puplikum gemeistert, was für eine gelungene Abfahrt.

was für ein gelungener Tag

In der Nacht zum Montag reiste Stefan dann endlich an. Für den Tag waren zwei Mountainbike Runden geplant. Wir fuhren zur 24h Strecke um sie Stefan zu zeigen und für unser Rennen was Anfang Juni stattfindet noch mal abzufahren. Sie macht wirklich sehr viel Spaß, die Anstiege sind hart und knackig und ich konnte mit Marko schon ein zwei Sachen fürs Rennen besprechen.


Nach einer kleinen Kaffee Kuchen Pause drehten wir noch eine Runde und fuhren den Downhill Donne runter. Er ist wirklich anspruchsvoll (für Marathon Fahrer), verblockt, verwinkelt, loser Untergrund und sehr steil. Mit viel Adrenalin im Blut versuchte ich alles zu fahren und es geling mir auch sehr gut. An einer Stelle fuhr ich ran und merkte die Angst und die Aussage das geht nicht gut. Trail mit mittig einem Abfallenden Felsen links in den Tod. Ich fuhr drauf und gab mir Mühe mein Fahrrad an mich zu krallen und nicht mit ihm gemeinsam runter zu rutschen, da lag ich wie ein Marienkäffer am Rad festgeklammert und lachte einfach nur laut vor mich her. Ich war froh das Stefan das Rad von mir runter nahm sonst würde ich da genauso immer noch liegen und nicht wissen wie ich aus der Position hätte raus kommen können.


Weiter ging die Abenteuerfahrt, ich war immer noch auf Adrenalin und ich wollte es mir einfach selber beweisen das ich mehr kann als ich immer Glaube. Ich peilte die nächste Kurve mit Absatz an und übersah ein dicken Ast kurz davor. Mein Fuß blieb dran hängen, scheise tat das weh. Der blaue Fuß hinterher war eindeutig aber für mich keine Option irgendwie aufzuhören.

Nach einem leckeren Mittagessen und Team Yoga ging es wieder auf die Bikes. Kurz hoch um den Julietta Trail mal dem Stefan zu zeigen. Oh der erste Dämpfer kam nach der Abfahrt, Stefan äusserte das er diesen Trail ziemlich SCHEISE fand. Leichtes Unwohlsein in der Gemeinschaft macht sich breit aber wir ließen uns nicht unter kriegen und machten uns auf den Weg zum Caprazoppa Trail. Ich wusste noch das der Anstieg wirklich lose und steil war und das es mir bergauf echt keine Freude machte und ich viel schieben musste. Diesmal lief es sehr gut, ich musste nur ein kleines Stück schieben um kurz nach Luft zu schnappen. Es fühlte sich toll an so gut hoch zu kommen. Mein Epic lässt sich sowohl Bergauf als auch Bergab sehr gut fahren, wir hamonieren sehr gut.



Nun ging es in den Trail und ich war noch nie so entspannt und voller Freude. Ich habe das erste mal mein Bike komplett unter mir im Trail arbeiten lassen, was ein mega geiles Gefühl. Da lasse ich es einmal soooo richtig laufen da macht es kurz vor Ende des Trails nur noch am Hinterrad schlap schlap schlap. Erster Durchschlag. Die Jungs waren sofort ( 6 mal Brüllen durch den Wald ) zur Stelle und zogen mir einen neuen Schlauch rein, aufgepumpt und weiter ging es. Keine 20 Meter später und wieder einen Duschschlag. Der Blick von Marko war göttlich. Neuen Schlauch in Reifen und auf nach Hause.

Platten Nummer Eins 






Platten Nummer Zwei

Am Dienstag mussten wir erstmal Großeinkauf im Lidl machen. Für mich stand ein Tag Ruhe auf dem Plan und die Jungs machten sich noch mal für 100 Km Rennrad mit 1500 Hm auf den Weg. Ich genoß die Zeit mit Schlafen und Yoga. 


Es zog sich allmählich zu und es wurde windiger und kälter. Ich hoffte das meine Jungs nicht nass wurden. Nach 4h und 15 Minuten kamen meine beiden Biker am Stiel dann endlich wieder nach Hause und fluchten um die Wette (wenn man eben die Jacke im Haus lässt). Ich kochte uns was schönes und fast alles war wieder in Ordnung.


Für den Mittwoch hatte Marko eine lange MTB Runde geplant. Wir starteten in Richtung Finalborgo nach Calice Ligure. Von Chiazzari ging es über 1h im Durchschnitt 7,8% über Waldboden, Schotter, kleine und große Felsen bergauf.

immer weiter rauf
Bitte lächeln

Wir machten eine kleine Pause an der La Ca´dell´Alpe und genossen die Aussicht mit Kuchen und Espresso.



Weiter ging der Anstieg Richtung Melogno. Von Dort aus ging es in die Trails Settepani und Rollercoaster. Die Abfahrten waren wirklich flowig, Teils technisch, mit Sprüngen und ordentlichen Absätzten. Stefan, Marko und ich kamen zu 100% auf unsern Spaßfaktor.

Ein kleiner Reifendefekt darf natürlich nicht fehlen (diesmal Markos Rad)
Vor lauter Grinsen und Freude war Marko im flachen Stück etwas unaufmerksam und übersah einen kleinen Fels, er blieb mit der Pedale hängen und überschlug sich direkt vor mir. Wenn man in einer lockeren Situation mit so was nicht rechnet ist der Aufschlag umso unschöner. 

auch wenn er mit dem Gesicht gebremst hat und dabei eine Menge Dreck im Mund hatte...

.... gabs als Trostpflaster noch ein Eis bevor wir nach Hause fuhren um seine Wunden zu versorgen


Donnerstag war für uns alle drei Ruhetag. Gemütlich Frühstücken und zusammen Shoppen gehen und Strand genießen waren unsere Ziele für diesen Tag.
die Männer fleißig in der Küche



bring your bike inside
und iss Kuchen









Freitag stand die Königsetappe auf dem Trainingsplan. 150 Km mit 3000 Hm hatte Marko geplant. Ich glaube wir waren alle etwas nervös ob wir das schaffen.

Wir starteten flach Richtung Albenga von dort aus begann unser längster Anstieg. Anfangs mit nur 2-4% Steigungen, die sahen optisch aber so aus als ob sie Bergrunter gehen, so was bewirkt mental sehr viel. Die Landschaft ist einfach nur ein Traum. Der Autoverkehr ist in der Gegend sehr gering und so konnten wir teilweise Lange nebeneinander her fahren und uns über all möglichen Sachen unterhalten oder einfach nur schweigen und die Sonne genießen.

vom Meer bis auf 1375 Hm 

die Aussicht war einfach nur herrlich

Wir konnten Richtung Prale schöne, kurvige Abfahrten genießen und der Aufstieg zum San Bernardo war auch jeden Meter wert.



Weiter ging die Bergabfahrt durch lange, kleine, kurze schöne Straßen. Wir kamen zum Castelvecchio di Rocca Barbena Anstieg. Dort sind Marko und ich vor zwei Jahren auch schon lang gefahren. Der Anstieg ist durch seine Serpentinen nicht so Steil und der Ausblick ist so weitsichtig.



Der letzte Anstieg von Calizzano nach Melogno kannten wir vom Sonntag schon nur umgekehrt. Ich meinte noch bei den unschönen Straßenverhältnissen wäre die Route andersrum bestimmt besser. Nun hatte ich das andersherum und ich konnte auch noch in diesem Anstieg meine Leistung beibehalten und mit einem guten Tempo hoch fahren.
Die Abfahrt war unsere bis Dato Längste und auch die Kältetste. Von 1000 Hm bis zum Meer. Es war sau schnell, super kurvig und eine neue Erfahrung. 



Fazit vom Trainingslager:

Marie 518,5 Km 30h 9488 Hm
Mir hat das Trainingslager eine große Portion Selbstvertrauen geschenkt und mir gezeigt das ich meine Leistung um Einiges gesteigert habe. Ich bin zwar jetzt noch mehr aufgeregt was das 24h  Rennen angeht aber ich werde einfach versuchen fröhlich weiter zu trainieren / fahren und es als spaßige Herausforderung ansehen.

Marko 638,6 Km 34h 11016 Hm
Wie schon beim letzten Besuch gefielen mir die Trails wirklich besonders gut und deshalb muss ich sagen das eine Woche einfach viel zu kurz ist um alles richtig zu genießen. Ich wäre gerne noch ein paar Tage geblieben um die ein oder andere Ausfahrt noch zu erleben. Am schönsten fand ich die Königsetappe in den Bergen und den Rollercoaster auch wenn ich mich da abgelegt habe.
Das wir die 24h Strecke gefahren sind war auch noch einmal enorm wichtig. Da wartet ein ordentliches Stück Arbeit auf uns bzw. das wird gut hart!!

Stefan 373,7 Km 21h 7857 Hm
Die ersten beiden Tage waren für mich nach dem Osterwochenende doch eher anstrengend einerseits weil die Trails ziemlich fordernd sind und andererseits weil italienische Straßenverhältnisse jetzt auch nicht gleich meinen Vorstellungen entsprachen. Ein Erholungsurlaub hätte da wohl besser gepasst als Urlaub mit dem Bike.
Aber der lange Tag auf dem MTB und der flowige Rollercoaster hat dann auch bei mir den Knoten platzen lassen sodass ich die letzten Tage sehr genießen konnte. Das italienische Eis und der ein oder andere Kuchen tat der Seele besonders gut.